Apr 30 / Svenja Gleffe

Erste Hilfe am Kind


Ein Artikel von Svenja Gleffe
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Das Thema „Erste Hilfe“ spielt in Deinem pädagogischen Alltag eine zentrale Rolle – von vorbeugenden Maßnahmen bis hin zum Handeln im Ernstfall. Das richtige Wissen gibt Dir Sicherheit und ermöglicht es Dir, schnell zu reagieren und den Kindern zu vermitteln, dass sie bei Dir gut aufgehoben sind. Gefahren frühzeitig zu erkennen und Unfälle zu verhindern, schützt nicht nur die Kinder, sondern macht auch Dir das Leben leichter - und Du musst Dir keine Sorgen um rechtliche Konsequenzen machen. Kurz gesagt: Erste Hilfe gibt Dir Gelassenheit und Sicherheit im Alltag.

Erste Hilfe umfasst alle Maßnahmen, die das Leben sichern und Schäden mindern, bis professionelle Hilfe eintrifft. Dazu gehören zum Beispiel den Notruf abzusetzen, die Unfallstelle abzusichern und Verletzte zu betreuen. Wenn Du einen Notruf absetzt, nenne Deinen Namen, den Namen der Einrichtung und die Adresse. Weiter informierst Du über das Geschlecht und Alter des Kindes sowie die Art der Verletzung und die Ursache. Zähle auf, welche Maßnahmen Du bereits ergriffen hast.

Im Alltag kann es jedem passieren: Ein Kind befindet sich in einer Situation, in der es Erste Hilfe benötigt. Schnelles Handeln ist erforderlich, doch häufig halten uns Gedanken zurück oder lähmen uns geradezu in solchen Situationen. In Situationen, in denen es doch so sehr auf unser Handeln ankommt: „Was, wenn ich etwas falsch mache?“ ...

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Das Thema „Erste Hilfe“ spielt in Deinem pädagogischen Alltag eine zentrale Rolle – von vorbeugenden Maßnahmen bis hin zum Handeln im Ernstfall. Das richtige Wissen gibt Dir Sicherheit und ermöglicht es Dir, schnell zu reagieren und Du den Kindern zu vermitteln, dass sie bei Dir gut aufgehoben sind. Gefahren frühzeitig zu erkennen und Unfälle zu verhindern, schützt nicht nur die Kinder, sondern macht auch Dir das Leben leichter - und Du musst Dir keine Sorgen um rechtliche Konsequenzen machen. Kurz gesagt: Erste Hilfe gibt Dir Gelassenheit und Sicherheit im Alltag.

Erste Hilfe umfasst alle Maßnahmen, die das Leben sichern und Schäden mindern, bis professionelle Hilfe eintrifft. Dazu gehören zum Beispiel den Notruf abzusetzen, die Unfallstelle abzusichern und Verletzte zu betreuen. Wenn Du einen Notruf absetzt, nenne Deinen Namen, den Namen der Einrichtung und die Adresse. Weiter informierst Du über das Geschlecht und Alter des Kindes sowie die Art der Verletzung und die Ursache. Zähle auf, welche Maßnahmen Du bereits ergriffen hast.

Im Alltag kann es jedem passieren: Ein Kind befindet sich in einer Situation, in der es Erste Hilfe benötigt. Schnelles Handeln ist erforderlich, doch häufig halten uns Gedanken zurück oder lähmen uns geradezu in solchen Situationen. In Situationen, in denen es doch so sehr auf unser Handeln ankommt: „Was, wenn ich etwas falsch mache?“

Aber ich kann Dich beruhigen, denn meistens tun wir in Gefahrensituationen intuitiv bereits das Richtige. Nicht zu handeln ist der größte Fehler und kann schwerwiegende Folgen haben. Selbst wenn bei der Erste-Hilfe-Leistung etwas schief gehen sollte, übernimmt die gesetzliche Unfallversicherung. Du brauchst als Ersthelfer:in also keine Konsequenzen fürchten. Eine unterlassene Hilfeleistung kann hingegen nach §323c Strafgesetzbuch (StGB) mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe geahndet werden.

In diesem Artikel bekommst Du einen einfachen Zugang zu wichtigem Hintergrundwissen rund um verschiedene Verletzungen. Dazu gibt es einige Beispiele aus dem pädagogischen Alltag, die zeigen, wie solche Situationen aussehen können. Und das Beste: Zu jedem Beispiel findest Du die passenden Erste Hilfe Maßnahmen.

Unfälle mit Verbrennungen

Die dreijährige Lena ist aufgeregt. Endlich kommen Oma und Opa zu Besuch. Mama hat den Tisch gedeckt und die große Tischdecke benutzt. Nach und nach tischt sie das Mittagessen auf - auch die Sauce darf nicht fehlen, die sie in die Mitte des Tisches stellt. Lena ist etwas langweilig. Mama hat zu tun. Was soll sie so lange machen? Oh ja. Sie möchte sich bewegen. Sie mag es, sich in der Kita Turnhalle an die bunten Tücher, die von der Decke baumeln, zu hängen… Aber Mamas Tischdecke tut es auch. Also hängt Lena sich an die Decke. Doch diese fällt runter und somit alles, was auf dieser steht.

Die heiße Sauce fließt Lena über die Arme und sie zieht sich eine Verbrennung 1. Grades zu. Ihre Arme sind stark gerötet, heiß und geschwollen. Nun ist eine schnelle Handlung notwendig. Lenas Mutter nimmt sie mit ins Badezimmer und lässt 10 bis 15 Minuten lauwarmes Wasser mit der Duschbrause (leichter Strahl) über ihre Arme fließen. Sie redet Lena beruhigend zu und benachrichtigt den Rettungsdienst. Sie bedeckt Lenas Arme des mit einem sauberen, nicht flusenden atmungsaktiven Tuch.

Um Vorfälle wie diesen zu vermeiden, kannst Du einige einfache Vorsichtsmaßnahmen treffen: Stelle heiße Getränke, Kannen und Schüsseln immer außer Reichweite und verzichte besser auf lange Tischdecken. Servietten oder Tischläufer sind sichere Alternativen. Kabel vom Wasserkocher solltest Du zusammenbinden und beim Kochen möglichst die hinteren Herdplatten nutzen, bestenfalls mit Schutzgitter. Drehe Pfannen- und Topfgriffe immer nach hinten und bewahre Streichhölzer oder Feuerzeuge unzugänglich auf. Ein kleiner Extra-Tipp: Gehe ab und zu in die Hocke oder krabble auf Knien durch den Raum. So siehst Du die Welt aus Kinderaugen und erkennst Gefahren, die Dir sonst entgehen könnten.

Sollte es dennoch zu einem Unfall kommen, solltest Du in erster Linie Ruhe bewahren und Panik vermeiden. Vorhandene Feuer sollten umgehend gelöscht werden und Verbrennungen richtig gekühlt werden. Beachte dabei, die betroffene Stelle niemals zu kalt zu kühlen. Besser ist eine laue Temperatur. Im Fall eines Brandes ist es wichtig, das Kind mit einer Decke, durch Wälzen am Boden oder mit Wasser zu löschen. Achte darauf, den Feuerlöscher nicht auf den Kopf zu richten.

Bei Verbrühungen gilt es, die Kleidung sofort zu entfernen. In den ersten 20 - 30 Minuten nach dem Unfall sollte die verletzte Körperstelle gekühlt werden - 10 bis 15 Minuten davon, am besten mit lauwarmem Wasser. Normalerweise löst sich der Stoff im Wasserbad gut von der Brandwunde. Falls nicht, legst Du kalte, nasse Tücher auf und wechselst diese häufig. Bitte verwende keine schnell flusenden Tücher. Neugeborene und Säuglinge sowie eine verletzte Körperoberfläche von mehr als 15% bitte niemals kühlen. Um herauszufinden, um wie viel Prozent es sich handelt, gilt die Faustregel: Die Handfläche der betroffenen Person entspricht 1 % der Körperoberfläche der Person. Bedecke nach der Kühlung die Wunde mit einem sauberen Tuch oder einer Wundauflage. Je nach Schwere der Verletzung solltest Du den Transport im Rettungswagen in eine Kinderklinik oder ein Schwerbrandverletztenzentrum sicherstellen.

Unterschiedliche Verbrennungsgrade

Verbrennung 1. Grades:
  • Gerötete Haut
  • Heiße und geschwollene Wunde


Verbrennung 2. Grades:
  • Hautrötung mit starker Schwellung
  • Blasenbildung und oberflächliche Hautzerstörung
  • Nässen der Wunde


Verbrennung 3.Grades:
  • Komplette Zerstörung der Hautoberfläche und tiefer liegender Gewebsschichten
  • Verminderte Schmerzempfindlichkeit
  • Farbliche Veränderung der Haut (weiß)
  • Bei Kindern besteht bei einer verbrannten Körperfläche von 8% bereits Lebensgefahr

Unfälle durch Verschlucken

Sollte ein Kind plötzlich husten und würgen und läuft dabei blau an, dann ist es wahrscheinlich, dass es etwas verschluckt oder eingeatmet hat.

Der zweijährige Finn hat zum Geburtstag ein Kuscheltier mit angenähten Augen geschenkt bekommen. Finn erforscht gerne mit seinem Mund und nuckelt häufig an den Augen seines Kuscheltiers. Durch das häufige daran ziehen und den Kontakt mit dem Speichel lösen sich die Fäden schnell auf. Finn geht abends mit seinem Kuscheltier zu Bett und nuckelt beim Einschlafen an einem Auge. Dabei löst es sich und gerät beim Einatmen in Finns Atemwege. Er beginnt blau anzulaufen und nach Luft zu ringen.

Kleine Gegenstände können nicht nur verschluckt, sondern auch eingeatmet werden. Dadurch gelangen Gegenstände häufig in die Lunge oder in die Bronchien. Tückisch ist dabei, dass es in den ersten Tagen nach der Einatmung häufig keine Auffälligkeiten gibt. Nach wenigen Tagen entwickelt sich allerdings eine Bronchitis, die in jedem Fall einer Behandlung bedarf. Größere oder gar spitze Gegenstände können sich in den Atemwegen festsetzen oder dazu führen, dass sich die Atemwege verschließen.

Im Erstickungsfall ist es wichtig, dass das Kind nicht beatmet wird, solange sich der Gegenstand noch in den Atemwegen befindet. Bringe Säuglinge bei akuter Luftnot in Bauch und zugleich in Kopftieflage. Lege es dafür zum Beispiel auf Dein Bein. In dieser Lage sollten ca. fünf Schläge zwischen die Schulterblätter erfolgen, um den Fremdkörper zu lösen. Für den Fall, dass sich der Gegenstand nach Überprüfung durch den Mund des Kindes nicht lösen lässt, sollte das Kind von hinten umgriffen werden und maximal fünfmal sein Brustkorb am unteren Brustbein zusammengepresst werden (Thoraxkompression). Setze die Maßnahmen auch bei erfolglosen Versuchen fort, bis der Notarzt eintrifft. Auch bei Kindern ab einem Jahr kannst Du so handeln

Auch der Gefahr durch Verschlucken kannst Du gut vorbeugen: Babys und Kleinkinder sollten niemals unbeaufsichtigt bleiben. Kleine Gegenstände wie Münzen, Knöpfe, Büroklammern oder Dekoartikel sollten außer Reichweite aufbewahrt werden. Achte außerdem darauf, kindersicheres Spielzeug anzubieten und auf kleine Teile zu verzichten. Dazu zählen zum Beispiel Murmeln oder wie in Finns Fall Kuscheltiere mit angenähten Knopfaugen, die verschluckt werden könnten.

Unfälle durch Ertrinken

Eine häufige Todesursache im Kleinkindalter ist das Ertrinken, denn schon Pfützen können für Babys gefährlich sein. Zeigt ein Kind Symptome wie Husten mit schaumigem oder blutigem Auswurf, Blässe und Blaufärbung von Gesicht und Mund und Bewusstlosigkeit und Atemstillstand, kann das ein Hinweis auf Ertrinken sein.

Bewahre - wie immer -Ruhe und handele zügig: Ziehe dem Kind die nasse Kleidung aus, wenn es noch bei Bewusstsein ist und atmet. Wickele es in warme Decken ein und achte auf eine langsame Erwärmung. Suche umgehend eine Rettungsstelle oder Kinderklinik auf, denn das Wasser gelangt sofort in die Lunge und kann auch noch mehrere Stunden nach dem Unfall Schaden verursachen und zu starker Atemnot führen.

Präventiv sollten Babys in der Badewanne immer beaufsichtigt werden. Ebenso Kinder, die sich in der Nähe von Schwimmbecken und Gewässern aufhalten. Bereits gefüllte Regentonnen können eine Gefahr darstellen. Darüber hinaus ist es sinnvoll, dass Kinder so früh wie möglich schwimmen lernen.

Unfälle durch Vergiftungen

Im Alltag verstecken sich viele kleine Gefahren, die besonders bei Kleinkindern ernste Vergiftungen verursachen können. Ab etwa dem zweiten Lebensjahr beginnt die sogenannte Explorationsphase: Kinder wollen alles entdecken, anfassen und ausprobieren und stoßen dabei oft auf Dinge, die für sie giftig oder gefährlich sind. Deshalb ist ein wachsames Auge und das sichere Verstauen riskanter Gegenstände entscheidend. Je weniger Zugang Kinder zu solchen Gefahren haben, desto sicherer können sie ihre Welt erkunden.

Denn auch hier ist Vorsorge das A und O, wenn es um die Sicherheit von Kindern geht. Vermittle ihnen altersgerechtes Wissen über mögliche Risiken in Haus und Garten, sodass sie Gefahren besser einschätzen können. Giftige Substanzen solltest Du möglichst wenig verwenden und, wenn möglich, durch ungiftige Alternativen ersetzen. Alles Giftige gehört unbedingt außer Reichweite der Kinder. Dazu zählen auch Medikamente, die immer unerreichbar aufbewahrt werden sollten. Bewahre solche Substanzen niemals in Lebensmittelbehältern auf und achte darauf, dass Einkaufs- und Handtaschen nicht zugänglich sind. Regelmäßige Teilnahme an Erste-Hilfe-Kursen sorgt dafür, dass Du im Notfall souverän reagieren kannst. Vergiftungen können nicht nur Spätfolgen haben, sondern auch zu Bewusstlosigkeit und Atemstillstand führen. Setzte deshalb einen Notruf ab und hole Dir im Anschluss Rat bei der Giftnotrufzentrale und befolge diesen.

Fragen, welche die Giftnotrufzentrale häufig stellt:

  • Wer ist betroffen?
  • Was wurde eingenommen? (Titel auf Etikett vorlesen, Firmenname; Name der Pflanze nennen)
  • Wie viel wurde davon eingenommen?
  • Wie viel war vorhanden?
  • Wie viel ist noch übrig?
  • Wie war das Eingenommene verpackt?
  • Wie wurde es eingenommen? Geschluckt? Inhaliert? Auf die Haut aufgetragen? Ins Auge?
  • Wann wurde es eingenommen? (Im Falle von Nicht – Wissen, Vermutung anstellen)
  • Wie alt ist die betroffene Person?
  • Wie viel wiegt diese ungefähr?
  • Welche Symptome weist die Person auf?
  • Name und Telefonnummer für den Rückruf?

Quellen

https://www.asb.de/application/files/7816/1037/6760/ASB-Erste-Hilfe-Handbuch_2021_digitak.pdf https://www.bfga.de/arbeitsschutz-lexikon-von-a-bis-z/fachbegriffe-c-i/erste-hilfe/ https://www.kinderaerzte-im-netz.de/erste-hilfe/sofortmassnahmen/verbrennungen/
Titelbild: ©Foto Ron Lach / pexels

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Svenja Gleffe ist ausgebildete Kinderpflegerin und Erzieherin. Sie absolvierte ein Studium zur Fachkraft für frühkindliche Entwicklungsberatung. Das Studium beinhaltet Module der psychologischen Grundlagen, Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern erkennen, Diagnostik und Beobachtung von Entwicklungs- und Bildungsprozessen, Wahrnehmungsstörungen, Bewegungsförderung, Sprachentwicklung und - bildung, frühkindliche Beratungspraxis und Elternbildung und – beratung. Sie arbeitete viele Jahre im Kita Bereich und war dort einige Jahre als Gruppenleitung tätig. Mehr als drei Jahre, leitete sie eine Inklusionsgruppe mit 20 Kindern im Alter von 2 – 6 Jahren. Weiterhin begleitete sie viele Auszubildende als Praxisanleitung. Aktuell ist sie neben Online–Beratung als freiberufliche Autorin und Texterin im Bereich Pädagogik tätig.
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