Feb 19 / Sandra Holzapfel

Die Kraft der Achtsamkeit: Impulse für achtsame Haltung in der pädagogischen Arbeit


Ein  Interview mit Sandra Holzapfel
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„In meinem Wirken habe ich eine VISION!“, sagt Achtsamkeitstrainerin Sandra Holzapfel. Diese Vision sind glückliche Kinder. Sandra lädt alle Menschen dazu ein, ihre Vision zu teilen und Begleiterinnen und Begleiter einer NEUEN ZEIT zu sein, in der die Kinder sich getragen, verstanden und gesehen fühlen.

Achtsamkeit ist in den letzten Jahren zu einem Trendbegriff geworden. Was bedeutet für Dich Achtsamkeit oder eine achtsame Haltung im Kontext Deiner pädagogischen Arbeit?

Achtsamkeit bedeutet für mich in erster Linie, den AUTOPILOTEN, den wir alle täglich fahren, zu unterbrechen. Sie bedeutet, Bewusstsein zu schaffen für mich und die Welt um mich herum. Im pädagogischen Kontext heißt das vor allem:

  • Eine gute Selbstfürsorge zu leben
  • Mit mir ins Vertrauen zu gehen
  • Meiner Herzensstimme zuzuhören
  • Geduldig mit mir zu sein
  • Meinen Fokus auf das Positive zu richten
  • Dankbarkeit zu praktizieren
  • Mitgefühl zu leben
  • Bewusste Entscheidungen zu treffen
  • Gesunde Grenzen zu setzen
Du siehst: Achtsamkeit ist viel mehr als nur ein Modebegriff, Meditation oder eine Räucherstäbchenkultur. In einer achtsamen Haltung zu wirken bedeutet, die Dinge, die ich eh schon tue, bewusst zu tun. Denn Kinder durchschauen uns sofort und sie sind unser Spiegel. ...

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„In meinem Wirken habe ich eine VISION!“, sagt Achtsamkeitstrainerin Sandra Holzapfel. Diese Vision sind glückliche Kinder. Sandra lädt alle Menschen dazu ein, ihre Vision zu teilen und Begleiterinnen und Begleiter einer NEUEN ZEIT zu sein, in der die Kinder sich getragen, verstanden und gesehen fühlen.

Achtsamkeit ist in den letzten Jahren zu einem Trendbegriff geworden. Was bedeutet für Dich Achtsamkeit oder eine achtsame Haltung im Kontext Deiner pädagogischen Arbeit?

Achtsamkeit bedeutet für mich in erster Linie, den AUTOPILOTEN, den wir alle täglich fahren, zu unterbrechen. Sie bedeutet, Bewusstsein zu schaffen für mich und die Welt um mich herum. Im pädagogischen Kontext heißt das vor allem:

  • Eine gute Selbstfürsorge zu leben
  • Mit mir ins Vertrauen zu gehen
  • Meiner Herzensstimme zuzuhören
  • Geduldig mit mir zu sein
  • Meinen Fokus auf das Positive zu richten
  • Dankbarkeit zu praktizieren
  • Mitgefühl zu leben
  • Bewusste Entscheidungen zu treffen
  • Gesunde Grenzen zu setzen
Du siehst: Achtsamkeit ist viel mehr als nur ein Modebegriff, Meditation oder eine Räucherstäbchenkultur. In einer achtsamen Haltung zu wirken bedeutet, die Dinge, die ich eh schon tue, bewusst zu tun. Denn Kinder durchschauen uns sofort und sie sind unser Spiegel.

Sollte ich erstmal meine eigene Achtsamkeit stärken, um Achtsamkeit mit Kindern oder Jugendlichen zu üben? Inwiefern spielt Selbstreflexion eine Rolle in der achtsamen Haltung gegenüber Kindern?

Selbstreflexion ist die Grundlage, um Kinder überhaupt gelingend zu begleiten. Wie soll ich Kindern vermitteln, dass ihre Einzigartigkeit ein Geschenk ist und dass sie großartig sind, wie sie sind, wenn ich mich selbst nicht schätze? Wenn ich immer denke, ich muss mehr tun, damit man mich sieht, und beim Blick in den Spiegel nur Kritik an mir übe?

Wie soll ich den Kindern vermitteln, dass es keine Fehler gibt und diese nur Helfer sind, wenn ich mich selbst gleichzeitig dafür verachte, dass etwas nicht so funktioniert hat, wie ich mir das vorgestellt habe?

Wie soll ich den Kindern Geduld beibringen und ihnen zeigen, dass jeder kleine Schritt ein riesiger Erfolg ist, wenn ich selbst nur auf das Ziel fokussiert bin, meine eigenen Erfolge nicht sehe und unzufrieden bin, wenn es nicht schnell genug geht?

Also JA! Wir sollten uns Zeit zur Selbstreflexion nehmen, um uns selbst kennenzulernen, um dann achtsam und kraftvoll den Kindern zu begegnen.

Wie kann eine achtsame Haltung das Lernverhalten und die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beeinflussen?

Wenn Kinder Achtsamkeit praktizieren, lernen sie automatisch auch besser mit ihren Gefühlen umzugehen. Sie erkennen, welche Gefühle wirklich zu ihnen gehören und welche Gefühle sie bei ihrem Gegenüber lassen dürfen. Das sorgt für weitaus weniger Konflikte. Wenn sie lernen, ihre Einzigartigkeit als Geschenk zu sehen, machen sie sich nicht mehr so viele Gedanken darüber, wie es wohl wäre, so zu sein, wie der beste Freund oder die beste Freundin. Sie werden selbstbewusster und fangen an, sich selbst zu vertrauen. Sie lernen ihrer inneren Stimme Gehör zu verschaffen und erleben sich als wertvoll und geliebt.

Innerhalb einer Gruppe haben alle Kinder zusammen ein Bewusstsein dafür, was es jetzt gerade braucht, um gemeinsam zu wachsen. Jeder einzelne ist glücklicher und zufriedener. Und für die Kolleginnen und Kollegen, sowie für die Schul- oder Kitaleitung bedeutet das, dass sie wieder mit einem starken warum ihre Berufung leben können. Für die Kinder heißt es vor allem, gerne in die Schule oder in die Kita zu gehen, denn in der heutigen Zeit verbringen so viele Kinder die meiste Zeit ihres Tages in den besagten Einrichtungen.

Sie wissen, dass Fehler Helfer sind, und sie kennen keine Niederlagen, sondern Herausforderungen, denen sie sich stellen können. Sie fühlen sich resilient und verfügen über viele Tools, um schwierigen Situationen gestärkt zu begegnen.

Achtsame Kinder spüren Dankbarkeit in ihren Herzen, was sie zufriedener und glücklicher macht. Sie können Geschenke des Lebens wertschätzen, Hilfe von anderen annehmen und versteckte Nettigkeiten erkennen und fühlen. Sie haben ein offenes Herz und wissen um die Kraft ihres Herzens.

Welche Rolle spielt für Dich Achtsamkeit im Umgang unter Erwachsenen in der pädagogischen Arbeit, also in der Zusammenarbeit mit Kolleg:innen?

Die Bedeutung ist groß, denn wenn wir in die Zukunft blicken, wünschen wir uns alle wieder mehr Verbundenheit. Und das bedeutet auch, achtsam miteinander umzugehen. Es bedarf einen Raum, in dem ich mich öffnen kann. In dem ich klar formulieren kann, dass es mir zu viel ist und dass ich überfordert bin. In diesem Raum kann ich Ich-Botschaften schicken, ohne dafür verurteilt zu werden. Wenn ich ein Team habe, das achtsam miteinander umgeht, dann ist die Energie in dieser Kita oder Schule eine andere. Sie ist positiv und getragen von Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft.

Welche Herausforderungen begegnen Dir bei der Umsetzung von Achtsamkeit in Deiner pädagogischen Praxis?

Unser Unterbewusstsein und unser Körper lieben bekannte Gewohnheiten und Muster, die sie kennen. Und so ist es nicht verwunderlich, wenn wir immer wieder in alte Muster zurückfallen.
Veränderung bedeutet, dass ich mich erneut hinterfragen darf, was meine Wahrheit in Bezug auf mein Innen und Außen ist. Somit braucht es eine gewisse Anstrengungsbereitschaft, sich all dem immer wieder zu stellen.
Es ist nicht richtig zu denken, dass wir irgendwann am Ende unserer persönlichen Entwicklung sind. Denn das Einzige, was wirklich sicher ist, ist der Wandel, in dem wir uns täglich befinden. Der Schlüssel, die eigene achtsame Haltung gerade in herausfordernden Zeiten zu leben, ist bei sich zu bleiben und immer wieder in die Reflexion zu gehen.

Welche Rolle spielt die Umgebung (z.B. Raumgestaltung, Materialien) für die Förderung von Achtsamkeit? Brauchen wir für die Umsetzung bestimmte Rahmenbedingungen oder Material?

Alles, was wir brauchen, um eine achtsame Haltung zu fördern, ist unser Bewusstsein für das Hier und Jetzt und für unseren Körper. Vor allem der Atem kann uns immer wieder helfen, präsent zu sein. Um dann wahrzunehmen, was wir jetzt gerade brauchen, um Stress loszulassen, ruhiger, gelassener, friedvoller und dankbarer zu sein. Es ist ein Geschenk, einen Raum zu haben, in dem es möglich ist, mit den Kindern kleine Meditationen oder Fantasiereisen durchzuführen oder in die Bewegung zu gehen.

Welche positiven Veränderungen hast Du bei Kindern oder Kolleg:innen in der Praxis beobachtet, denen eine achtsame Haltung gelingt?

Wird in einer Schule oder Kita eine achtsame Haltung gelebt, ist die Verbundenheit aller Beteiligten spürbar. Die Menschen sind wertschätzender, freundlicher und aufmerksamer. Daraus entsteht eine größere Hilfsbereitschaft und gegenseitige Unterstützung. Die Sprache, die gesprochen wird, ist eine Achtsame. Bitte und Danke werden gelebt und nicht für selbstverständlich genommen.
Alle zusammen haben ein Bewusstsein dafür, was es jetzt gerade braucht, um gemeinsam zu wachsen. Jeder einzelne ist glücklicher und zufriedener.

Nun möchten wir natürlich auch direkt loslegen! Hast Du ein konkretes Praxisbeispiel, wie Achtsamkeit im pädagogischen Alltag bewusst gestärkt werden kann – als Fachkraft oder gemeinsam mit den Kindern?

Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass die Entwicklung einer achtsamen Haltung ein Prozess ist und nicht von heute auf morgen umzusetzen ist. Doch was wir heute schon tun können, ist unseren Fokus auf das Positive zu richten.

Auf was freue ich mich heute?
Was ist mir heute gut gelungen?
Was habe ich heute gut gemacht?


Wir können uns durch gute Gedanken in eine gute Energie bringen, denn unsere Gedanken bestimmen unsere Gefühle. Sage Dir, was Du an Dir toll findest oder mache anderen kleine Komplimente. Immer, wenn Du denkst, dass Du in einer schwierigen Situation steckst, schließe kurz die Augen und atme 3-5 Mal tief durch die Nase ein und durch den Mund wieder aus. Dein Atem ist ein tolles Werkzeug für Achtsamkeit, denn Du hast ihn immer dabei. In kürzester Zeit und mit kleinstem Aufwand, kann Dir Dein Atem dabei helfen, Dein Nervensystem zu regulieren. Du praktizierst aber auch schon Achtsamkeit, wenn Du so mit Deinen Mitmenschen umgehst, wie Du gerne selbst behandelt werden möchtest. Sei höflich, hilfsbereit und schenke Deinem Gegenüber öfter mal ein kleines Lächeln. Das macht beide Seiten glücklich! Und vor allem: Genieße die vielen kleinen Glücksmomente, die Dir das Leben schenkt!  —

Quellen

Titelbild: ©freepik.com

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Sandra Holzapfel ist Mentorin, Speakerin, Expertin für Achtsamkeit im Bildungsbereich und Autorin des Buches „Happy me, happy family“. Sie unterstützt pädagogische Fachkräfte darin, Begleiter:innen der neuen Zeit zu werden, und verbindet dabei Herz und Verstand. Ihre Angebote auf Basis der „12 Säulen der Achtsamkeit“ zielen darauf ab, Stress zu regulieren, Einzigartigkeit zu stärken und achtsame Verbindungen zu schaffen.
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