Die Kraft der Achtsamkeit: Impulse für achtsame Haltung in der pädagogischen Arbeit
Ein Interview mit Sandra Holzapfel
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„In meinem Wirken habe ich eine VISION!“, sagt Achtsamkeitstrainerin Sandra
Holzapfel. Diese Vision sind glückliche Kinder. Sandra lädt alle Menschen dazu
ein, ihre Vision zu teilen und Begleiterinnen und Begleiter einer NEUEN ZEIT
zu sein, in der die Kinder sich getragen, verstanden und gesehen fühlen.
Achtsamkeit ist in den letzten Jahren zu einem Trendbegriff
geworden. Was bedeutet für Dich Achtsamkeit oder eine
achtsame Haltung im Kontext Deiner pädagogischen Arbeit?
Achtsamkeit bedeutet für mich in erster Linie, den AUTOPILOTEN,
den wir alle täglich fahren, zu unterbrechen. Sie bedeutet, Bewusstsein
zu schaffen für mich und die Welt um mich herum. Im pädagogischen
Kontext heißt das vor allem:
Eine gute Selbstfürsorge zu leben
Mit mir ins Vertrauen zu gehen
Meiner Herzensstimme zuzuhören
Geduldig mit mir zu sein
Meinen Fokus auf das Positive zu richten
Dankbarkeit zu praktizieren
Mitgefühl zu leben
Bewusste Entscheidungen zu treffen
Gesunde Grenzen zu setzen
…
Du siehst: Achtsamkeit ist viel mehr als nur ein Modebegriff, Meditation
oder eine Räucherstäbchenkultur. In einer achtsamen Haltung zu wirken
bedeutet, die Dinge, die ich eh schon tue, bewusst zu tun. Denn Kinder
durchschauen uns sofort und sie sind unser Spiegel. ...
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„In meinem Wirken habe ich eine VISION!“, sagt Achtsamkeitstrainerin Sandra
Holzapfel. Diese Vision sind glückliche Kinder. Sandra lädt alle Menschen dazu
ein, ihre Vision zu teilen und Begleiterinnen und Begleiter einer NEUEN ZEIT
zu sein, in der die Kinder sich getragen, verstanden und gesehen fühlen.
Achtsamkeit ist in den letzten Jahren zu einem Trendbegriff
geworden. Was bedeutet für Dich Achtsamkeit oder eine
achtsame Haltung im Kontext Deiner pädagogischen Arbeit?
Achtsamkeit bedeutet für mich in erster Linie, den AUTOPILOTEN,
den wir alle täglich fahren, zu unterbrechen. Sie bedeutet, Bewusstsein
zu schaffen für mich und die Welt um mich herum. Im pädagogischen
Kontext heißt das vor allem:
Eine gute Selbstfürsorge zu leben
Mit mir ins Vertrauen zu gehen
Meiner Herzensstimme zuzuhören
Geduldig mit mir zu sein
Meinen Fokus auf das Positive zu richten
Dankbarkeit zu praktizieren
Mitgefühl zu leben
Bewusste Entscheidungen zu treffen
Gesunde Grenzen zu setzen
…
Du siehst: Achtsamkeit ist viel mehr als nur ein Modebegriff, Meditation
oder eine Räucherstäbchenkultur. In einer achtsamen Haltung zu wirken
bedeutet, die Dinge, die ich eh schon tue, bewusst zu tun. Denn Kinder
durchschauen uns sofort und sie sind unser Spiegel.
Sollte ich erstmal meine eigene Achtsamkeit stärken, um
Achtsamkeit mit Kindern oder Jugendlichen zu üben?
Inwiefern spielt Selbstreflexion eine Rolle in der achtsamen
Haltung gegenüber Kindern?
Selbstreflexion ist die Grundlage, um Kinder überhaupt gelingend
zu begleiten. Wie soll ich Kindern vermitteln, dass ihre Einzigartigkeit
ein Geschenk ist und dass sie großartig sind, wie sie sind,
wenn ich mich selbst nicht schätze? Wenn ich immer denke, ich
muss mehr tun, damit man mich sieht, und beim Blick in den Spiegel
nur Kritik an mir übe?
Wie soll ich den Kindern vermitteln, dass es keine Fehler gibt und
diese nur Helfer sind, wenn ich mich selbst gleichzeitig dafür verachte,
dass etwas nicht so funktioniert hat, wie ich mir das vorgestellt habe?
Wie soll ich den Kindern Geduld beibringen und ihnen zeigen, dass
jeder kleine Schritt ein riesiger Erfolg ist, wenn ich selbst nur auf
das Ziel fokussiert bin, meine eigenen Erfolge nicht sehe und unzufrieden
bin, wenn es nicht schnell genug geht?
Also JA! Wir sollten uns Zeit zur Selbstreflexion nehmen, um uns selbst
kennenzulernen, um dann achtsam und kraftvoll den Kindern
zu begegnen.
Wie kann eine achtsame Haltung das Lernverhalten und die
Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beeinflussen?
Wenn Kinder Achtsamkeit praktizieren, lernen sie automatisch
auch besser mit ihren Gefühlen umzugehen. Sie erkennen,
welche Gefühle wirklich zu ihnen gehören und welche Gefühle sie
bei ihrem Gegenüber lassen dürfen. Das sorgt für weitaus weniger
Konflikte. Wenn sie lernen, ihre Einzigartigkeit als Geschenk zu
sehen, machen sie sich nicht mehr so viele Gedanken darüber, wie
es wohl wäre, so zu sein, wie der beste Freund oder die beste Freundin.
Sie werden selbstbewusster und fangen an, sich selbst zu vertrauen.
Sie lernen ihrer inneren Stimme Gehör zu verschaffen und erleben
sich als wertvoll und geliebt.
Innerhalb einer Gruppe haben alle Kinder zusammen ein Bewusstsein
dafür, was es jetzt gerade braucht, um gemeinsam zu wachsen.
Jeder einzelne ist glücklicher und zufriedener. Und für die Kolleginnen
und Kollegen, sowie für die Schul- oder Kitaleitung bedeutet das,
dass sie wieder mit einem starken warum ihre Berufung leben können.
Für die Kinder heißt es vor allem, gerne in die Schule oder in die Kita
zu gehen, denn in der heutigen Zeit verbringen so viele Kinder die
meiste Zeit ihres Tages in den besagten Einrichtungen.
Sie wissen, dass Fehler Helfer sind, und sie kennen keine Niederlagen,
sondern Herausforderungen, denen sie sich stellen können.
Sie fühlen sich resilient und verfügen über viele Tools, um schwierigen
Situationen gestärkt zu begegnen.
Achtsame Kinder spüren Dankbarkeit in ihren Herzen, was sie
zufriedener und glücklicher macht. Sie können Geschenke des
Lebens wertschätzen, Hilfe von anderen annehmen und versteckte
Nettigkeiten erkennen und fühlen. Sie haben ein offenes Herz und
wissen um die Kraft ihres Herzens.
Welche Rolle spielt für Dich Achtsamkeit im Umgang
unter Erwachsenen in der pädagogischen Arbeit, also
in der Zusammenarbeit mit Kolleg:innen?
Die Bedeutung ist groß, denn wenn wir in die Zukunft blicken,
wünschen wir uns alle wieder mehr Verbundenheit. Und das bedeutet auch, achtsam miteinander umzugehen. Es bedarf einen Raum, in
dem ich mich öffnen kann. In dem ich klar formulieren kann, dass es
mir zu viel ist und dass ich überfordert bin. In diesem Raum kann ich
Ich-Botschaften schicken, ohne dafür verurteilt zu werden. Wenn ich
ein Team habe, das achtsam miteinander umgeht, dann ist die Energie
in dieser Kita oder Schule eine andere. Sie ist positiv und getragen
von Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft.
Welche Herausforderungen begegnen Dir bei der Umsetzung
von Achtsamkeit in Deiner pädagogischen Praxis?
Unser Unterbewusstsein und unser Körper lieben bekannte
Gewohnheiten und Muster, die sie kennen. Und so ist es nicht verwunderlich,
wenn wir immer wieder in alte Muster zurückfallen.
Veränderung bedeutet, dass ich mich erneut hinterfragen darf, was
meine Wahrheit in Bezug auf mein Innen und Außen ist. Somit braucht
es eine gewisse Anstrengungsbereitschaft, sich all dem immer wieder
zu stellen. Es ist nicht richtig zu denken, dass wir irgendwann am Ende unserer
persönlichen Entwicklung sind. Denn das Einzige, was wirklich sicher
ist, ist der Wandel, in dem wir uns täglich befinden. Der Schlüssel, die
eigene achtsame Haltung gerade in herausfordernden Zeiten zu leben,
ist bei sich zu bleiben und immer wieder in die Reflexion zu gehen.
Welche Rolle spielt die Umgebung (z.B. Raumgestaltung,
Materialien) für die Förderung von Achtsamkeit?
Brauchen wir für die Umsetzung bestimmte Rahmenbedingungen
oder Material?
Alles, was wir brauchen, um eine achtsame Haltung zu fördern,
ist unser Bewusstsein für das Hier und Jetzt und für unseren Körper.
Vor allem der Atem kann uns immer wieder helfen, präsent zu
sein. Um dann wahrzunehmen, was wir jetzt gerade brauchen, um
Stress loszulassen, ruhiger, gelassener, friedvoller und dankbarer
zu sein. Es ist ein Geschenk, einen Raum zu haben, in dem es möglich
ist, mit den Kindern kleine Meditationen oder Fantasiereisen
durchzuführen oder in die Bewegung zu gehen.
Welche positiven Veränderungen hast Du bei
Kindern oder Kolleg:innen in der Praxis
beobachtet, denen eine achtsame Haltung gelingt?
Wird in einer Schule oder Kita eine achtsame Haltung gelebt,
ist die Verbundenheit aller Beteiligten spürbar. Die Menschen sind
wertschätzender, freundlicher und aufmerksamer. Daraus entsteht
eine größere Hilfsbereitschaft und gegenseitige Unterstützung. Die
Sprache, die gesprochen wird, ist eine Achtsame. Bitte und Danke
werden gelebt und nicht für selbstverständlich genommen.
Alle zusammen haben ein Bewusstsein dafür, was es jetzt gerade
braucht, um gemeinsam zu wachsen. Jeder einzelne ist glücklicher
und zufriedener.
Nun möchten wir natürlich auch direkt loslegen! Hast Du ein
konkretes Praxisbeispiel, wie Achtsamkeit im pädagogischen
Alltag bewusst gestärkt werden kann – als Fachkraft oder
gemeinsam mit den Kindern?
Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass die Entwicklung einer
achtsamen Haltung ein Prozess ist und nicht von heute auf morgen umzusetzen ist. Doch was wir heute schon tun können, ist unseren
Fokus auf das Positive zu richten.
Auf was freue ich mich heute?
Was ist mir heute gut gelungen?
Was habe ich heute gut gemacht?
Wir können uns durch gute Gedanken in eine gute Energie bringen,
denn unsere Gedanken bestimmen unsere Gefühle. Sage Dir, was
Du an Dir toll findest oder mache anderen kleine Komplimente.
Immer, wenn Du denkst, dass Du in einer schwierigen Situation
steckst, schließe kurz die Augen und atme 3-5 Mal tief durch die
Nase ein und durch den Mund wieder aus. Dein Atem ist ein tolles
Werkzeug für Achtsamkeit, denn Du hast ihn immer dabei. In kürzester
Zeit und mit kleinstem Aufwand, kann Dir Dein Atem dabei helfen,
Dein Nervensystem zu regulieren. Du praktizierst aber auch schon
Achtsamkeit, wenn Du so mit Deinen Mitmenschen umgehst, wie Du
gerne selbst behandelt werden möchtest. Sei höflich, hilfsbereit und
schenke Deinem Gegenüber öfter mal ein kleines Lächeln. Das
macht beide Seiten glücklich! Und vor allem: Genieße die vielen kleinen
Glücksmomente, die Dir das Leben schenkt! —
Entdecke jetzt den ergänzenden Video-Podcast Weiter Wachsen als Kita-Fachkraft
Eine Folge
mit Sandra Holzapfel zum Thema Achtsamkeit sowie viele weitere Folgen findest Du in Deiner
WEITER WACHSEN Lernwelt und überall, wo es Podcasts gibt.
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Sandra Holzapfel ist Mentorin, Speakerin, Expertin für
Achtsamkeit im Bildungsbereich und
Autorin des Buches „Happy me, happy
family“. Sie unterstützt pädagogische
Fachkräfte darin, Begleiter:innen der
neuen Zeit zu werden, und verbindet
dabei Herz und Verstand. Ihre Angebote
auf Basis der „12 Säulen der Achtsamkeit“
zielen darauf ab, Stress zu regulieren,
Einzigartigkeit zu stärken und achtsame
Verbindungen zu schaffen.