Nov 27
Mehr als Zahlen: Wie betriebswirtschaftliche Ansätze die kreative Freiheit und pädagogische Praxis stärken
Ein Interview mit der Sozialpädagogin, Familienwissenschaftlerin und langjährigen Betriebswirtin
Maike Tepper
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Wie betriebswirtschaftliche Ansätze die kreative Freiheit und pädagogische Praxis stärken können.
Warum sind betriebswirtschaftliche Kenntnisse wichtig für die Effizienz in der pädagogischen Arbeit?
Als Betriebswirtin und Sozialpädagogin kann ich glücklicherweise beide Disziplinen abdecken. Betriebswirtschaftliche Zusammenhänge steigern die Effizienz pädagogischer Einrichtungen unter anderem im Bereich der Organisationsstrukturen, des Qualitätsmanagements, der Budgetierung und Finanzplanung, bei Evaluierungen oder im strategischen Management. Betriebswirtschaftliche Kenntnisse unterstützen dabei, Ziele SMART, also (S)pezifisch, (M)essbar, (A)ttraktiv, (R)ealistisch und (T)ermininiert zu definieren und betriebswirtschaftliche Werkzeuge, wie die SWOT-Analyse, helfen bei der Steuerung von Chancen und Risiken und dienen als Grundlage für strategische Entscheidungen und der Entwicklung von Handlungsplänen. Indem Leitungskräfte Ressourcen und Finanzmittel strategischer einsetzen und sich darüber bewusst werden, welche Aufgaben sie intern und extern delegieren können, gewinnen sie Zeit. So erlaubt die Betriebswirtschaft ihnen, kreativer in anderen Bereichen zu werden, ohne sich dabei zu „verzetteln“.
Wie würdest Du pädagogischen Fachkräften begegnen, die betriebswirtschaftlichen Ansätzen in der pädagogischen Arbeit skeptisch gegenüberstehen, da sie Bedenken haben, dass ökonomische Überlegungen von sozialen Zielen ablenken könnten?
Betriebswirtschaftliche Ziele sollten idealerweise die pädagogischen Ziele und die Arbeit der pädagogischen Fachkräfte unterstützen und nicht ersetzen. Nehmen wir mal das Beispiel des Fundraisings (Mittelbeschaffung). Fundraising kann Einrichtungen dazu verhelfen, Projekte und Ideen umzusetzen, für die Ressourcen, Finanzmittel oder Sachleistungen fehlen. Dafür bedarf es aber Fachkenntnisse,wie dem Schreiben von Finanzierungsplänen und der Budgetverwaltung, um unter anderem die Mittel zu akquirieren, zu verwalten oder Verwendungsnachweise zu formulieren.
Welche Probleme können entstehen, wenn betriebswirtschaftliche Kenntnisse in einer pädagogischen Einrichtung fehlen? Wozu kann das führen? Hast Du ein Beispiel aus der Praxis?
Mit der Betriebswirtschaftslehre kann die Leitung eine Organisation über alle Aufgaben und Ziele hinweg steuern. Wenn Führungskräfte dieses Wissen nicht haben, dann resultiert das zu keinen oder nur unzureichend formulierten Zielen für die Mitarbeiter:innen. Mangelndes Verständnis über die Gesamtzusammenhänge der Einrichtung oder des Trägers führt zu Unsicherheit bei der Führungskraft. Dadurch kann Überforderung und operative Hektik entstehen. Im Ergebnis hat die Leitung zu wenig Zeit für die Mitarbeiter:innen, die sich als Ergebnis wiederum nicht gut in den Blick genommen fühlen. Am Ende kann das zu vermehrten Krankheitstagen in der Einrichtung und einer höheren Fluktuation der Mitarbeiter:innen führen.
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Warum sind betriebswirtschaftliche Kenntnisse wichtig für die Effizienz in der pädagogischen Arbeit?
Als Betriebswirtin und Sozialpädagogin kann ich glücklicherweise beide Disziplinen abdecken. Betriebswirtschaftliche Zusammenhänge steigern die Effizienz pädagogischer Einrichtungen unter anderem im Bereich der Organisationsstrukturen, des Qualitätsmanagements, der Budgetierung und Finanzplanung, bei Evaluierungen oder im strategischen Management. Betriebswirtschaftliche Kenntnisse unterstützen dabei, Ziele SMART, also (S)pezifisch, (M)essbar, (A)ttraktiv, (R)ealistisch und (T)ermininiert zu definieren und betriebswirtschaftliche Werkzeuge, wie die SWOT-Analyse, helfen bei der Steuerung von Chancen und Risiken und dienen als Grundlage für strategische Entscheidungen und der Entwicklung von Handlungsplänen. Indem Leitungskräfte Ressourcen und Finanzmittel strategischer einsetzen und sich darüber bewusst werden, welche Aufgaben sie intern und extern delegieren können, gewinnen sie Zeit. So erlaubt die Betriebswirtschaft ihnen, kreativer in anderen Bereichen zu werden, ohne sich dabei zu „verzetteln“.
Wie würdest Du pädagogischen Fachkräften begegnen, die betriebswirtschaftlichen Ansätzen in der pädagogischen Arbeit skeptisch gegenüberstehen, da sie Bedenken haben, dass ökonomische Überlegungen von sozialen Zielen ablenken könnten?
Betriebswirtschaftliche Ziele sollten idealerweise die pädagogischen Ziele und die Arbeit der pädagogischen Fachkräfte unterstützen und nicht ersetzen. Nehmen wir mal das Beispiel des Fundraisings (Mittelbeschaffung). Fundraising kann Einrichtungen dazu verhelfen, Projekte und Ideen umzusetzen, für die Ressourcen, Finanzmittel oder Sachleistungen fehlen. Dafür bedarf es aber Fachkenntnisse,wie dem Schreiben von Finanzierungsplänen und der Budgetverwaltung, um unter anderem die Mittel zu akquirieren, zu verwalten oder Verwendungsnachweise zu formulieren.
Welche Probleme können entstehen, wenn betriebswirtschaftliche Kenntnisse in einer pädagogischen Einrichtung fehlen? Wozu kann das führen? Hast Du ein Beispiel aus der Praxis?
Mit der Betriebswirtschaftslehre kann die Leitung eine Organisation über alle Aufgaben und Ziele hinweg steuern. Wenn Führungskräfte dieses Wissen nicht haben, dann resultiert das zu keinen oder nur unzureichend formulierten Zielen für die Mitarbeiter:innen. Mangelndes Verständnis über die Gesamtzusammenhänge der Einrichtung oder des Trägers führt zu Unsicherheit bei der Führungskraft. Dadurch kann Überforderung und operative Hektik entstehen. Im Ergebnis hat die Leitung zu wenig Zeit für die Mitarbeiter:innen, die sich als Ergebnis wiederum nicht gut in den Blick genommen fühlen. Am Ende kann das zu vermehrten Krankheitstagen in der Einrichtung und einer höheren Fluktuation der Mitarbeiter:innen führen.
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Wie betriebswirtschaftliche Ansätze die kreative Freiheit und pädagogische Praxis stärken können.
Warum sind betriebswirtschaftliche Kenntnisse wichtig für die Effizienz in der pädagogischen Arbeit?
Als Betriebswirtin und Sozialpädagogin kann ich glücklicherweise beide Disziplinen abdecken. Betriebswirtschaftliche Zusammenhänge steigern die Effizienz pädagogischer Einrichtungen unter anderem im Bereich der Organisationsstrukturen, des Qualitätsmanagements, der Budgetierung und Finanzplanung, bei Evaluierungen oder im strategischen Management. Betriebswirtschaftliche Kenntnisse unterstützen dabei, Ziele SMART, also (S)pezifisch, (M)essbar, (A)ttraktiv, (R)ealistisch und (T)ermininiert zu definieren und betriebswirtschaftliche Werkzeuge, wie die SWOT-Analyse, helfen bei der Steuerung von Chancen und Risiken und dienen als Grundlage für strategische Entscheidungen und der Entwicklung von Handlungsplänen. Indem Leitungskräfte Ressourcen und Finanzmittel strategischer einsetzen und sich darüber bewusst werden, welche Aufgaben sie intern und extern delegieren können, gewinnen sie Zeit. So erlaubt die Betriebswirtschaft ihnen, kreativer in anderen Bereichen zu werden, ohne sich dabei zu „verzetteln“.
Wie würdest Du pädagogischen Fachkräften begegnen, die betriebswirtschaftlichen Ansätzen in der pädagogischen Arbeit skeptisch gegenüberstehen, da sie Bedenken haben, dass ökonomische Überlegungen von sozialen Zielen ablenken könnten?
Betriebswirtschaftliche Ziele sollten idealerweise die pädagogischen Ziele und die Arbeit der pädagogischen Fachkräfte unterstützen und nicht ersetzen. Nehmen wir mal das Beispiel des Fundraisings (Mittelbeschaffung). Fundraising kann Einrichtungen dazu verhelfen, Projekte und Ideen umzusetzen, für die Ressourcen, Finanzmittel oder Sachleistungen fehlen. Dafür bedarf es aber Fachkenntnisse,wie dem Schreiben von Finanzierungsplänen und der Budgetverwaltung, um unter anderem die Mittel zu akquirieren, zu verwalten oder Verwendungsnachweise zu formulieren.
Welche Probleme können entstehen, wenn betriebswirtschaftliche Kenntnisse in einer pädagogischen Einrichtung fehlen? Wozu kann das führen? Hast Du ein Beispiel aus der Praxis?
Mit der Betriebswirtschaftslehre kann die Leitung eine Organisation über alle Aufgaben und Ziele hinweg steuern. Wenn Führungskräfte dieses Wissen nicht haben, dann resultiert das zu keinen oder nur unzureichend formulierten Zielen für die Mitarbeiter:innen. Mangelndes Verständnis über die Gesamtzusammenhänge der Einrichtung oder des Trägers führt zu Unsicherheit bei der Führungskraft. Dadurch kann Überforderung und operative Hektik entstehen. Im Ergebnis hat die Leitung zu wenig Zeit für die Mitarbeiter:innen, die sich als Ergebnis wiederum nicht gut in den Blick genommen fühlen. Am Ende kann das zu vermehrten Krankheitstagen in der Einrichtung und einer höheren Fluktuation der Mitarbeiter:innen führen.
Welche praktischen betriebswirtschaftlichen Methoden oder Werkzeuge können pädagogische Fachkräfte in Ihrer Arbeit nutzen?
Pädagogische Fachkräfte können mithilfe einer SWOT-Analyse Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken identifizieren und damit strategische Entscheidungen treffen und ihre Arbeit besser ausrichten. Außerdem können sie mit einer Kosten-Nutzen-Analyse finanzielle Aufwendungen gegenüber den zu erwartenden Vorteilen vergleichen. Viele weitere Werkzeuge ließen sich hier aufzählen, aber ich glaube das Beste ist, dass sich pädagogische Fachkräfte auf die Reise machen, unterschiedliche betriebswirtschaftliche Instrumente kennenlernen und dann für sich entscheiden, was sie für ihre Einrichtung gebrauchen können.
Wie können pädagogische Fachkräfte die finanzielle Stabilität ihrer Projekte sicherstellen und gleichzeitig die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen erfüllen?
Pädagogische Fachkräfte können finanzielle Stabilität sicherstellen, indem sie ein erweitertes Grundwissen in der Betriebswirtschaftslehre mitbringen oder sich dahin entwickeln. Das gibt ihnen mehr finanzielle Spielräume und bei zunehmend professioneller Umsetzung auch langfristig mehr Zeit für die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen. Heute sind mangelndes Wissen und auch die Berührungsängste dafür verantwortlich, dass Kitaleitungen mehr Zeit für betriebswirtschaftliche Abläufe benötigen und dadurch der Eindruck entsteht, dass die zusätzliche Arbeit zur pädagogischen Arbeit sie eher bremst, als ihnen nutzt.
Warum sind betriebswirtschaftliche Kenntnisse wichtig für die Effizienz in der pädagogischen Arbeit?
Als Betriebswirtin und Sozialpädagogin kann ich glücklicherweise beide Disziplinen abdecken. Betriebswirtschaftliche Zusammenhänge steigern die Effizienz pädagogischer Einrichtungen unter anderem im Bereich der Organisationsstrukturen, des Qualitätsmanagements, der Budgetierung und Finanzplanung, bei Evaluierungen oder im strategischen Management. Betriebswirtschaftliche Kenntnisse unterstützen dabei, Ziele SMART, also (S)pezifisch, (M)essbar, (A)ttraktiv, (R)ealistisch und (T)ermininiert zu definieren und betriebswirtschaftliche Werkzeuge, wie die SWOT-Analyse, helfen bei der Steuerung von Chancen und Risiken und dienen als Grundlage für strategische Entscheidungen und der Entwicklung von Handlungsplänen. Indem Leitungskräfte Ressourcen und Finanzmittel strategischer einsetzen und sich darüber bewusst werden, welche Aufgaben sie intern und extern delegieren können, gewinnen sie Zeit. So erlaubt die Betriebswirtschaft ihnen, kreativer in anderen Bereichen zu werden, ohne sich dabei zu „verzetteln“.
Wie würdest Du pädagogischen Fachkräften begegnen, die betriebswirtschaftlichen Ansätzen in der pädagogischen Arbeit skeptisch gegenüberstehen, da sie Bedenken haben, dass ökonomische Überlegungen von sozialen Zielen ablenken könnten?
Betriebswirtschaftliche Ziele sollten idealerweise die pädagogischen Ziele und die Arbeit der pädagogischen Fachkräfte unterstützen und nicht ersetzen. Nehmen wir mal das Beispiel des Fundraisings (Mittelbeschaffung). Fundraising kann Einrichtungen dazu verhelfen, Projekte und Ideen umzusetzen, für die Ressourcen, Finanzmittel oder Sachleistungen fehlen. Dafür bedarf es aber Fachkenntnisse,wie dem Schreiben von Finanzierungsplänen und der Budgetverwaltung, um unter anderem die Mittel zu akquirieren, zu verwalten oder Verwendungsnachweise zu formulieren.
Welche Probleme können entstehen, wenn betriebswirtschaftliche Kenntnisse in einer pädagogischen Einrichtung fehlen? Wozu kann das führen? Hast Du ein Beispiel aus der Praxis?
Mit der Betriebswirtschaftslehre kann die Leitung eine Organisation über alle Aufgaben und Ziele hinweg steuern. Wenn Führungskräfte dieses Wissen nicht haben, dann resultiert das zu keinen oder nur unzureichend formulierten Zielen für die Mitarbeiter:innen. Mangelndes Verständnis über die Gesamtzusammenhänge der Einrichtung oder des Trägers führt zu Unsicherheit bei der Führungskraft. Dadurch kann Überforderung und operative Hektik entstehen. Im Ergebnis hat die Leitung zu wenig Zeit für die Mitarbeiter:innen, die sich als Ergebnis wiederum nicht gut in den Blick genommen fühlen. Am Ende kann das zu vermehrten Krankheitstagen in der Einrichtung und einer höheren Fluktuation der Mitarbeiter:innen führen.
Welche praktischen betriebswirtschaftlichen Methoden oder Werkzeuge können pädagogische Fachkräfte in Ihrer Arbeit nutzen?
Pädagogische Fachkräfte können mithilfe einer SWOT-Analyse Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken identifizieren und damit strategische Entscheidungen treffen und ihre Arbeit besser ausrichten. Außerdem können sie mit einer Kosten-Nutzen-Analyse finanzielle Aufwendungen gegenüber den zu erwartenden Vorteilen vergleichen. Viele weitere Werkzeuge ließen sich hier aufzählen, aber ich glaube das Beste ist, dass sich pädagogische Fachkräfte auf die Reise machen, unterschiedliche betriebswirtschaftliche Instrumente kennenlernen und dann für sich entscheiden, was sie für ihre Einrichtung gebrauchen können.
Wie können pädagogische Fachkräfte die finanzielle Stabilität ihrer Projekte sicherstellen und gleichzeitig die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen erfüllen?
Pädagogische Fachkräfte können finanzielle Stabilität sicherstellen, indem sie ein erweitertes Grundwissen in der Betriebswirtschaftslehre mitbringen oder sich dahin entwickeln. Das gibt ihnen mehr finanzielle Spielräume und bei zunehmend professioneller Umsetzung auch langfristig mehr Zeit für die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen. Heute sind mangelndes Wissen und auch die Berührungsängste dafür verantwortlich, dass Kitaleitungen mehr Zeit für betriebswirtschaftliche Abläufe benötigen und dadurch der Eindruck entsteht, dass die zusätzliche Arbeit zur pädagogischen Arbeit sie eher bremst, als ihnen nutzt.
Wie kann man als Leitungskraft dem Gefühl von Zeitmangel durch zusätzliche betriebswirtschaftliche Themen entgegenwirken? Muss man als Leitungskraft alles selbst machen? Welche Formen von Unterstützung gibt es in diesem Bereich?
In meiner Erfahrung neigen pädagogische Leitungen in der Regel dazu, erstmal zu versuchen, alles selbst zu machen. Das reicht vom Spülmaschine ausräumen bis zum Ausgestalten von Räumen, der Betreuung von Handwerkern, der Vertretung in Gruppen, Elterngespräche… Diese Liste ließe sich beliebig fortführen. Kita-Leitungen müssen in den kommenden Jahren lernen zu delegieren. Sie müssen ihre Managementaufgaben von Entscheidung, Führung, Organisation und Planung konsequenter umsetzen und sich als Manager ihrer Einrichtung verstehen. Dafür bedarf es sowohl Fortbildungen, als auch Kenntnis über Anlaufstellen im Sozialraum (z.B. Familienberatung, Schuldnerberatungsstellen), regelmäßige Trägertreffen und enge Kontakte zur Kommune.
Kannst Du konkrete Beispiele aus Deiner Erfahrung teilen, in denen betriebswirtschaftliche Ansätze zu verbesserten Ergebnissen in der pädagogischen Praxis geführt haben?
Es gibt viele Beispiele, unter anderem habe ich als Leitung eines Familienzentrums viele Fundraising-Projekte selbst akquiriert und umgesetzt. Das hat dazu geführt, dass wir mehr Mitarbeiter:innen beschäftigen und so zur Sicherung der Arbeitskräfte beitragen konnten . Durch Initiativen, die unter anderem ganze Familien unterstützt haben, konnten wir außerdem die Kundenbindung stärken. Viele dieser Projekte haben dazu beigetragen, dass wir eine hohe Reputation erwirken konnten, die wiederum dazu geführt hat, dass wir weitere Gelder und Ressourcen zur Verfügung gestellt bekommen haben.
In meiner Erfahrung neigen pädagogische Leitungen in der Regel dazu, erstmal zu versuchen, alles selbst zu machen. Das reicht vom Spülmaschine ausräumen bis zum Ausgestalten von Räumen, der Betreuung von Handwerkern, der Vertretung in Gruppen, Elterngespräche… Diese Liste ließe sich beliebig fortführen. Kita-Leitungen müssen in den kommenden Jahren lernen zu delegieren. Sie müssen ihre Managementaufgaben von Entscheidung, Führung, Organisation und Planung konsequenter umsetzen und sich als Manager ihrer Einrichtung verstehen. Dafür bedarf es sowohl Fortbildungen, als auch Kenntnis über Anlaufstellen im Sozialraum (z.B. Familienberatung, Schuldnerberatungsstellen), regelmäßige Trägertreffen und enge Kontakte zur Kommune.
Kannst Du konkrete Beispiele aus Deiner Erfahrung teilen, in denen betriebswirtschaftliche Ansätze zu verbesserten Ergebnissen in der pädagogischen Praxis geführt haben?
Es gibt viele Beispiele, unter anderem habe ich als Leitung eines Familienzentrums viele Fundraising-Projekte selbst akquiriert und umgesetzt. Das hat dazu geführt, dass wir mehr Mitarbeiter:innen beschäftigen und so zur Sicherung der Arbeitskräfte beitragen konnten . Durch Initiativen, die unter anderem ganze Familien unterstützt haben, konnten wir außerdem die Kundenbindung stärken. Viele dieser Projekte haben dazu beigetragen, dass wir eine hohe Reputation erwirken konnten, die wiederum dazu geführt hat, dass wir weitere Gelder und Ressourcen zur Verfügung gestellt bekommen haben.
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht habe ich im Rahmen der Bildungsrichtlinien des Landes Schleswig-Holstein eine Vision und ein Strategiepapier erstellt, wie das Familienzentrum in fünf Jahren aussehen soll. Fünf Jahre später waren wir mit dem Familienzentrum genau im Zeitplan. Wenn Mitarbeiter:innen diese Pläne und die einzelnen Schritte kennen, trägt dies auch zur Stabilisierung des Teams bei und fördert das Halten von Fachkräften in der Einrichtung, da Mitarbeiter:innen sich so stärker mit ihrer Kita identifizieren können.
Wo sollten pädagogische Leitungskräfte in ihrer Einrichtung ansetzen, wenn sie wenig betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse und Berührungsängste mit dem Thema Betriebswirtschaftslehre haben?
Erstmal kann ich die Berührungsängste sehr gut verstehen. Die Aufgaben von Leitungspersonal sind zunehmend komplexer geworden. Leitungskräfte sind bereits durch interkulturelle Kompetenzen und die Umstellung auf inklusive Kitas gefordert. Nun kommen zusätzliche Verwaltungstätigkeiten und betriebswirtschaftliche Zusammenhänge hinzu. Träger delegieren zunehmend mehr Verwaltungsaufgaben an die Kita-Leitungen. Somit geraten Leitungen noch stärker unter Druck. Die Erfahrung, dass sich ihr Arbeitsbereich nach dem Erwerb von betriebswirtschaftlichen Kenntnissen entspannt, strukturierter und transparenter wird, müssen viele Leitungskräfte erst noch machen.
Erstmal kann ich die Berührungsängste sehr gut verstehen. Die Aufgaben von Leitungspersonal sind zunehmend komplexer geworden. Leitungskräfte sind bereits durch interkulturelle Kompetenzen und die Umstellung auf inklusive Kitas gefordert. Nun kommen zusätzliche Verwaltungstätigkeiten und betriebswirtschaftliche Zusammenhänge hinzu. Träger delegieren zunehmend mehr Verwaltungsaufgaben an die Kita-Leitungen. Somit geraten Leitungen noch stärker unter Druck. Die Erfahrung, dass sich ihr Arbeitsbereich nach dem Erwerb von betriebswirtschaftlichen Kenntnissen entspannt, strukturierter und transparenter wird, müssen viele Leitungskräfte erst noch machen.
Um einen Startpunkt zu finden, sollten Kita-Leitungen und stellvertretende Leitungen mit Schulungen zum Thema Betriebswirtschaftslehre beginnen. Anschließend sollten sie sukzessive die einzelnen Instrumente ausprobieren und in ihren Einrichtungen etablieren. Grundsätzlich gilt: Zahlen sind immer schneller transparent als viele Wörter. Betriebswirtschaftliche Werkzeuge verhelfen automatisch zu mehr Transparenz, so dass Kita-Leitung auch raschere Ergebnisse für die Verhandlungen mit Kommunen und Trägern haben und im besten Fall auch die Mitarbeiter:innen mehr Interesse und Freude am Zusammenhang zwischen Pädagogik und Betriebswirtschaft bekommen. —
Quellen
Titelbild: © MINIWIDE
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Maike Tepper ist ausgebildete Betriebswirtin und studierte Sozialpädagogin ihr, betriebswirtschaftliche Aspekte effektiv mit pädagogischen Ansätzen zu verknüpfen und so eine ganzheitliche und nachhaltige Betreuung und
Entwicklung der Kindertagesstätten zu gewährleisten. Außerdem ist sie als
Führungskräftecoach, Generations-, Motivations- und Resilienztrainerin und Referentin tätig.
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WEITER WACHSEN ist ein Angebot der Pädiko Akademie
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